Giardiose bei Hund und Katze: Risikofaktoren und therapeutische Optionen – eine Literaturübersicht

Title (deu)
Giardiose bei Hund und Katze: Risikofaktoren und therapeutische Optionen – eine Literaturübersicht
Author
Jürgen Bretzenberger
Assessor
Nicole Luckschander-Zeller
Degree supervisor
Anja Joachim
Description (deu)
Diplomarbeit - Veterinärmedizinische Universität Wien - 2024
Abstract (deu)
Giardien sind weltweit verbreitete einzellige Parasiten. Vor allem junge Hunde und Katzen sind häufiger infiziert, wobei breiiger bis wässriger Durchfall besonders häufig zu beobachten ist. Die Diagnostik erweist sich in vielen Fällen oft als schwierig, da die Zysten häufig intermittierend ausgeschieden werden. Für die Behandlung einer Giardiose haben sich Fenbendazol und Metronidazol als wirksam erwiesen. Allerdings ist ein andauernder Therapieerfolg nicht immer gewährleistet. Durch entsprechende Hygienemaßnahmen kann das Risiko einer Reinfektion reduziert und der Erfolg der Therapie maßgeblich gesteigert werden. In den vergangenen Jahren wurde bei der Behandlung von Giardiose zunehmend auch das intestinale Mikrobiom mit einbezogen, denn die Darmflora trägt einen entscheidenden Faktor zur Abwehr von Parasiten und zur klinischen Heilung bei. Im Vergleich zu Metronidazol zeigt Fenbendazol dabei eine geringere Auswirkung auf das Darmikrobiom. Eine Infektion mit Giardien führt unabhängig von der gewählten Behandlung selbst zu einer Veränderung der Bakterienzusammensetzung der Darmflora. Probiotika fördern die Diversität des Mikrobioms und indirekt auch das Immunsystem, was sich positiv auf die Parasitenabwehr und damit auf den Heilungsprozess auswirken kann. Zudem spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung intestinaler Krankheitserreger. Eine ballaststoffreiche, fettarme, sowie laktose- und zuckerfreie Ernährung ist bei Giardiosepatienten zu bevorzugen. Es existiert eine Vielzahl von Medikamenten, die in experimentellen Studien eine Wirkung gegen Giardien zeigen, jedoch besitzen sie ähnliche Vor- und Nachteile wie Metronidazol und Fenbendazol. Als alternative Ansätze sind pflanzliche Wirkstoffe sowie eine Impfung zu erwähnen. Hinsichtlich der Entwicklung neuer Impfstoffe lassen sich unterschiedliche Ansätze beobachten. Weitere Forschungsarbeiten insbesondere zur Wechselwirkung von Giardien, antiprotozoären Wirkstoffen und dem intestinalen Mikrobiom sowie zur Impfung sind erforderlich, um die Kontrolle dieser Parasitose bei Haustieren zu optimieren.
Description (eng)
Diploma thesis - University of Veterinary Medicine Vienna - 2024
Abstract (eng)
Jürgen Bretzenberger: Giardiosis in dogs and cats: risk factors and therapeutic options - a literature review Giardia spp. are single-celled parasites that are distributed worldwide. Especially young dogs and cats are frequently affected, with semi-liquid to liquid diarrhea being particularly common. The diagnosis of giardiosis can be challenging due to frequently intermittent cyst excretion. For the treatment of giardiosis, fenbendazole and metronidazole have been shown to be effective. However, sustainable treatment success cannot be achieved in all cases. Appropriate hygiene measures can reduce the risk of reinfection and significantly increase the success of therapy. In recent years, the intestinal microbiome was included in the treatment of giardiosis, because the intestinal flora plays a crucial role in parasite defense and clinical resolution. In comparison to metronidazole, fenbendazole has a less pronounced effect on the gut microbiome. Infection with Giardia itself results in modification of the bacterial composition of its gastrointestinal microbiome, irrespective of the chosen treatment. Probiotics promote microbiome diversity and indirectly also the immune system which can have a positive effect on parasite control and therefore on the healing process. Diet also plays a crucial role in the control of intestinal pathogens. A high-fiber, low-fat, lactose- and sugar-free diet is preferred for patients with giardiosis. Numerous compounds have been shown to be effective against Giardia, but they have similar advantages and disadvantages to metronidazole and fenbendazole. Alternative approaches include plant-based active ingredients and vaccination. Different approaches regarding the development of new vaccines can be observed. Further research is needed, especially on the interactions between Giardia, antiprotozoal compounds and the intestinal microbiome as well as on vaccination to optimize the control of this parasitosis in domestic animals.
Type (eng)
Language
[deu]
AC number
Number of pages
42
Date issued
2024